Schon beim Landeanflug habe ich gedacht, dass mein Blog "landing on lava" heißen muss. Man kann den Unterschied zwischen Landebahn und Lavafeld erstmal nicht erkennen. Nach Hawaii geflogen bin ich, weil GLS seit Neustem ein privates Internat auf der größten Insel Hawaiis anbietet , die Hawaii Preparatory Academy.
Da ich für die Betreuung der USA High School Schüler zuständig bin, musste ich mich auf die lange Reise nach Hawaii begeben, um mir ein eigenes Bild von der Schule zu machen.Meine Chefin fragt sich heute noch, wie ich sie dazu überreden konnte. 
Der Flug vom amerikanischen Festland nach Hawaii dauert ca. 6 Stunden. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt stolze 12 Stunden und ehrlich gesagt, war das meine weiteste Reise bislang. Was mich dort erwartet hat, war so toll, dass es mir schwer fallen wird alles in Worte zu fassen.
Bei der Landung kann man gleich erkennen, dass die Hawaiianischen Inseln durch Vulkane entstanden sind. Der Flughafen liegt inmitten eines großen Lavafeldes und das tolle ist, dass der Flughafen nicht etwa ein Hightech Bau ist, sondern Open Air mit kleinen Hütten. Also genau so, wie man sich das ganze vorstellt. Leider bekommt man Blumenketten nur, wenn man in einem der tollen Ferienressorts wohnt.
Big Island hat ganz viele verschiedene Klimazonen aber es wird nie kalt. Wenn ich das mit dem grauen Wetter gerade hier in Berlin vergleiche, könnte ich weinen. Die Inseleinwohner versuchen, die Natur und Kultur best möglich zu schützen. Daher gibt es auch nur eine einbahnige Hauptstraße, die um die ganze Insel führt. Naja, ein kleines Stück im Süden ist von Lava überrollt aber da gibt es nun eine neue Straße. Was gleich auffällt, ist die Gelassenheit und Ruhe vor Ort. Die Menschen sind so freundlich und überhaupt nicht gestresst oder genervt.
Das ist dann auch schnell auf mich übergegangen und die wunderbare Natur hat seinen Rest dazu getan, dass ich am Ende meines einwöchigen Aufenthaltes nicht mehr weg wollte. All die Blumen und Strände, die bunten Fische und mein absolutes Highlight die Riesenwasserschildkröten, haben mich das Bedürfnis nach Großstadt und Trubel komplett vergessen lassen. (Ein Bild folgt, sobald meine Unterwasserbilder entwickelt sind) Hahahahaha! Das ist echt lustig! Das ist mein bestes Bild! 

Selbst das Shoppen war total nebensächlich und das soll was heißen.
Die Hawaii Preperatory Academy ist ein Internat und ich habe diese Schule gleich an meinem zweiten Tag besucht. Sie liegt im Norden der Insel und im landesinneren. Alle tollen Strände sind im Nordwesten also nicht weit entfernt. Wenn man auf das High School Campusgelände fährt, fällt einem auch hier auf, wie relaxed Schüler und Schulangestellte wirken. Einfach eine sehr angenehme Atmosphäre. Meinen Termin hatte ich mit Joan Parris, die sich unter anderem um die Schüler und deren Bedürfnisse kümmert. Sie selbst hat auch zwei Kinder auf der Schule, die jedoch auf dem Campus für die Kleinen sind.
Gemeinsam mit Joan und einem Golfcar ging es dann bergauf und -ab über den Campus. Das war echt cool, da ich noch nie vorher mit so einem Ding gefahren bin. Joan zeigte mir die verschiedenen Gebäude in denen in kleinen Klassen, Kunst, Natur- und Geisteswissenschaften unterrichtet werden.
Als studierte Kunsthistorikerin war ich von den Möglichkeiten des Art Departments echt begeistert. Man kann malen, töpfern, designen und man kann sich aussuchen was man macht. Einige Schüler waren so talentiert, dass man echt neidisch werden kann.
Dann habe ich Marc Rice kennen gelernt, der für das Sea Turtle Research Program zuständig ist. Dieses Programm ist das einzige auf der Insel, welches einen direkten Kontakt mit den Tieren erlaubt. Normalerweise muss man den Schildkröten fern bleiben und anfassen ist ein absolutes TABU! Mr. Rices Programm untersucht die Schildkröten indem Blut abgenommen, gewogen und die Tiere mit Sendern ausgestattet werden.
Ein Teil der Klasse hat in diesem Jahr einen Ausflug nach Australien unternommen und ein weiterer nach Japan ist geplant. Hier dürfen aber nur besonders engagierte Schüler mitfahren.
Weiter ging es dann vorbei and den Sprachen und hin zum Science Gebäude. Joan erzählte mir, dass sie mit dem Projekt "Go Green" versuchen, alternative Energien zu gewinnen und damit zukünftig, den kompletten Campus unabhängig zu versorgen.
Gerade wird ein ganz neues Science Gebäude gebaut, welches im nächsten Jahr fertig gestellt wird. Zudem verfügt die Schule über ein großes Schwimmbecken, Tennis- und Sporthalle, Fitnessstudio, verschiedene Sportfelder, 30 eigene Pferde, usw.. Um etwas an die Gesellschaft zurück zu geben, kann die Öffentlichkeit die Sporteinrichtungen zu bestimmten Uhrzeiten nutzen.
Die Möglichkeit habe ich dann gleich am folgenden Montag genutzt und mich für einen Ausritt angemeldet. Kostenpflichtig natürlich. Das Reit- und Tauchprogramm sind die einzigen Kurse, die zusätzlich zum Programmpreis zu bezahlen sind. Ich habe mich mit Jodi getroffen, die zwar schon eine Lehrerin im Ruhestand ist, aber das Reitprogramm nicht aufgeben will.
Nach Ewigkeiten habe ich gestriegelt, Hufe sauber gekratzt und Mähne und Schweif gekämmt. Alle Pferde haben Hawaiianische Namen und meines hatte den schönen Namen " Die stille See". Die Hawaiianische Übersetzung habe ich leider wieder vergessen. Da das Alphabet nur 16 Buchstaben hat, klingen viele Namen und Orte sehr ähnlich. Ich kann bis heute nicht den Namen des Ortes aussprechen, in dem ich gewohnt habe. Die Internatsschüler wohnen in einem der nach männlich und weiblich getrennten Wohnhäusern.
Die Zimmer werden jeweils von zwei Schülern bewohnt, wobei die Schule auf eine Mischung der Nationen achtet. Die Zimmer sind einfach aber nett ausgestattet. Ich habe nur eines gesehen und leider nicht die Erlaubnis der beiden Mädels bekommen, ein Foto zu machen, weil es nicht wirklich ordentlich war. Die sanitären Anlagen befinden sich alle im Untergeschoss, wo sich auch der Haushaltsbereich mit Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett etc. befinden. Zudem hat jedes Wohnhaus einen Gemeinschaftsraum mit großem Flachbildschirmfernseher und einen Computerbereich, der mit den neuesten Macintosh Computern ausgestattet ist.
Soweit erst mal - hier findest du allgemeine Informationen zu den Privatschulen und Internaten in den USA. Und hier Infos darüber, welche Privatschulen in den USA mit uns kooperieren, außer der Hawaii Preparatory Academy
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