Ich bin bei GLS verantwortlich für den Bereich Schüleraustausch in Großbritannien. Letzte Woche war ich in England, um mir 3 Schulen anzusehen, darunter auch eine internationale Schule in London. Die Schulen, die ich besucht habe, hätten kaum unterschiedlicher sein können - eine im Zentrum von London, ein cooles College im grünen Lincolnshire und ein klassisches Internat unweit York. GLS vertritt die Schulen in Deutschland, und wenn ihr Beratung möchtet, meldet euch einfach. Hier zunächst mal mein Reisebericht:
Meine Reise hatte 3 Stationen, hier zu sehen auf einer Google map:
1. London - hier habe ich das private INTERNATIONAL COMMUNITY COLLEGE besucht, eine Privatschule, die von vielen Botschaftsangehörigen aus aller Welt besucht wird und an der man auch das IB, das internationalle Abitur machen kann
2. Boston, Lincolnshire - Heimat des BOSTON COLLEGE das wirklich cool ist, weil es hier auch einen berufsbildenden Zweig gibt, u.a. in Medienwissenschaft und Musik
3. Selby bei York: - Heimat der READ SCHOOL, einer privaten Internatsschule,wo jeder jeden kennt
Los geht es wie immer in London, denn hier kreuzen sich fast immer alle Wege und Zugverbindungen. Viel Zeit habe ich nicht für London selbst, aber da mich meine Wege während der 3-Tage-Reise drei Mal durch den riesigen Bahnhof King's Cross/St. Pancras führen, habe ich zumindest den Bahnhof für euch fotografiert:


Vom Bahnhof geht es mit der Circle Line nur vier Stationen westwärts - hier ein Blick in eine Station aus dem London Underground:

Die 1. Schule, die ich mir ansehe, ist die International Community School. Sie liegt in einer sehr ruhigen Seitenstraße, der Star Street, in einem kleinen unauffälligen Gebäude, das sich aber über mehrere Etagen erstreckt. Das Besondere der Schule ist, dass man hier das Internationale Abitur (IB) machen kann und auch die Schülerschaft extrem international ist: Obwohl die Schülerzahl mit 120 Schülern sehr gering ist, kann man hier bis zu 65 verschiedene Nationalitäten aus Europa, Asien, Afrika und Amerika finden. Auch das Lehrpersonal ist sehr international und die Klassen- und Fachräume tragen die Namen verschiedener Hauptstädte weltweit.
Da viele der Schüler Kinder von Botschaftsangehörigen sind, darf ich leider keine Fotos machen, auf denen Schüler zu sehen sind und deshalb könnt ihr mich hier nur mit dem Schulleiter, Philip Hurd, sehen:

Aber die Räumlichkeiten sehen auch ohne Schüler drauf ganz schön aus - z.B. der Hof, in dem bei schönem Wetter das Mittagessen eingenommen wird,

die Klassenflure im neuen Gebäudeteil

noch mal der Hof mit Blick auf den älteren Gebäudeteil

und die kleine, sehr gemütliche Bibliothek.

Nach der Besichtigung und informativen Gesprächen mit Matthew und Dave ein kurzer Kaffee an der Ecke bevor es wieder zurück zum Bahnhof King's Cross/St. Pancras geht. Auch die Straßen zwischen Schule und der U-Bahn-Station Edgware Road, von der die International Community School 5 Minuten entfernt liegt, sind sehr multikulturell. Während ich mir vom Café aus die Zeit damit vertrieb, ein paar Fotos nach draußen zu machen, ist mir immerhin dieses lustige Foto gelungen, mit einer ungewöhnlichen Schleppenträgerin 

Die sehr lebendige Edgware Road hat ein paar schöne Fassaden...

…. aber jetzt schnell den Kaffee ausgetrunken und auf nach King's Cross für meine zweistündige Zugfahrt nach Boston, in Lincolnshire, nördlich von London. Hier besuche ich die 2. Schule.
Die Fahrt geht durch grünes, flaches Land, das von zahlreichen Kanälen durchzogen wird.

Boston selbst ist eine einfache Kleinstadt, die aber viele Shopping- und Sportmöglichkeiten und ein Kino bietet und auch diverse Cafés und Restaurants – hier ein paar Eindrücke von Boston:




In Boston wurden übrigens die sogenannten Pilgerväter gefangen gehalten, von denen ihr bestimmt schon mal im Englisch- oder Geschichtsunterricht gehört habt - bevor ihnen erlaubt wurde, nach Massachusetts, USA, auszureisen, wo sie die bekanntere Stadt Boston gründeten. Hier siehst du die sogenannte Guildhall, in der sie festgehalten wurden, heute ein spannendes Museum:

In Boston arbeiten wir mit dem Boston College, eine relativ große Schule, die neben den akademischen A-level Kursen, die die meisten von euch belegen werden, auch viele berufsbildende Kurse anbietet – neben technischen und gastronomischen Ausbildungszweigen z.B. auch Medienwissenschaften, Theater oder Musiktechnologie.
Wir haben zur Zeit drei GLS Schüler, die am College Musik und Musiktechnologie studieren, das sind Florian, Benedikt und Max. Sie wollen später als Musiker oder Studiomusiker arbeiten. Hier siehst du Max im Sam Newsom House, im Fachgebäude für Musik, das sich direkt im Zentrum von Boston befindet. Mehr über das College findet ihr in diesem Schulprofil

Hier das College von außen, ein altes Backsteingebäude:

und hier Jamie und Carrie, zwei Ansprechpartner und Lehrer an der Schule

Im Sam Newsom House gibt es rund 50 Musikübungsräume und Tonstudios

Die Schule ist auf moderne elektronische Musik spezialisiert. Man kann die meisten Instrumente wie in einer Bibliothek ausleihen, man kann aber alles auch nur elektronisch am Computer einspielen. Möglich ist die Ausbildung ab 16 Jahren – entweder nur für ein Jahr ohne Abschluss oder für zwei Jahre mit BTEC Abschluss, um in Großbritannien studieren zu können.
Das Herzstück des Colleges ist der Rocheford Campus, der ca. 10 Minuten Fußweg von der Musikschule entfernt liegt. Hier befinden sich viele Fach- und Klassenräume für die A-Level-Kurse, die die meisten von euch vielleicht eher interessieren, sowie die Residenz, die Wohneinheiten aus jeweils 5-10 Einzelzimmern bietet. Hier siehst du das Zimmer von Benedikt – alle Zimmer verfügen über ein eigenes Waschbecken und einen Internetanschluss.

Hier siehst du Benedikt und Florian im Aufenthaltsraum der Residenz:

Neben Residenz und Klassenräumen gibt es auf dem Campus die große Kantine

ein Bistro, in dem die Schüler, die am College Catering und Gastronomie studieren, ihre eigenen drei-Gänge-Menüs servieren


einen kleinen Laden

und natürlich Computerraum

und Bibliothek.

Zum Abschluss des Besuchs siehst du mich hier noch mit der Schulleiterin Amanda Mosek

und meinen wichtigsten Ansprechpartnern an der Schule, Sue, Toni und Margaret.

Nach dem zweistündigen Schulbesuch geht es wieder zurück zum Bahnhof und über Grantham - hier der Bahnhof mal im Gegensatz zu King's Cross in London, ein echtes Kontrastprogramm
-

nach Selby, einer kleinen Stadt nahe York. Hier arbeiten wir mit einem Privatinternat zusammen, der Read School, das das in England so seltene Fach Latein anbietet und Internatsschüler für nur ein Trimester aufnimmt – was viele von euch wollen, aber nur wenige Schulen möglich machen.
Nach dem hektisch-quirligen London und der sehr entspannten Kleinstadt Boston bin ich nun in der absoluten Ruhe gelandet, denn die Schule befindet sich nicht im kleinen Selby selbst, in dem es immerhin noch ein paar Geschäfte gibt – hier ein Foto durch das Fenster des Schulbusses, der mich abholt -

sondern 10 Minuten entfernt im kleinen Dorf Drax, auf dem Lande also. Die Schule ist ein typisches englisches Internat, eine Mischung aus älteren Backsteinbauten und mehreren modernen Flachbauten. Es gibt die üblichen Fachräume - hier z.B. der Biologieraum mit Megan und Andrew, die mich durch die Schule führen,

der Computerraum

und ein Klassenraum mit Schülern der Abschlussklasse, die keine Uniform sondern nur noch Business Kleidung tragen.

Wirklich beeindruckt hat mich aber das neue Kunstzentrum mit der sympathisch-lustigen Kunstlehrerin


und einigen tollen Exponaten


Am Ende der Tour nutzte die Französischlehrerin (links im Bild, rechts die Spanischlehrerin) die Gelegenheit, ihre hervorragenden Deutschkenntnisse mit mir zu praktizieren. Sie kann beide Sprachen fließend, aber leider wählen in England kaum noch Schüler Deutsch, und so wollte sie mich gar nicht mehr gehen lassen...

Als wir wieder in den Hof kamen, war ich etwas irritiert, mich plötzlich einer „uniformierten Armee“ gegenüber zu sehen:

Die 13- und 14-jährigen belegen fast alle das Fach CCF (Combined Cadet Force), eine Art Jugend-Bundeswehr. An drei Tagen pro Woche tragen sie deshalb Uniform. Das gibt es auch an anderen Privatschulen, aber das war tatsächlich das erste Mal, dass ich eine Exerzierübung zu Gesicht bekam. Man hatte tatsächlich auch das Gefühl, das macht den Jugendlichen Spaß – Engländer haben allgemein mit dem Thema Militär weit weniger Berührungsängste als die Deutschen aufgrund ihrer Geschichte.
Anschließend ging es rüber ins Wohnhaus der Mädchen, das sich einen Kilometer entfernt befindet. Die Mädchen werden morgens und abends mit dem Minibus hin- und her transportiert. Das Gebäude ist ein gemütliches älteres Wohnhaus, mit Aufenthaltsraum,

ca. acht Ein- bis Dreibettzimmern und einem Schlafsaal mit acht abgetrennten Bettnischen, den zur Zeit hauptsächlich die jüngeren Schüler okkupiert haben


und vier freundlichen Badezimmern. Insgesamt leben 20 Mädchen in dem Haus. Für die Internatsschüler gibt es am Wochenende ein Programm – zumindest am einem der beiden Tage wird meist ein Auflug mit den Minibussen gemacht, am zweiten Tag dürfen die Schüler ihre Zeit meist selbst einteilen.
Mein Schulbesuch endete mit einem Kaffee bei der Schulleiterin Belinda McCrea, eine nette und engagierte Frau, die mit ihrer Familie direkt auf dem Campus wohnt – von ihrem Büro aus ging eine Tür direkt in ihre Wohnung. Belinda ist erst seit einem halbem Jahr Schulleiterin an der Schule und sie ist sehr bemüht, Wünsche zu erfüllen, sodass sich alle Lehrer und Schüler wohl fühlen.

Die Read School ist eine sehr kleine, persönliche Schule, wo wirklich jeder jeden kennt, in der aber auch noch Disziplin herrscht. Geeignet also für Schüler, die diese Nähe schätzen, und deren Eltern es schätzen, dass ihre Kinder dort sehr behütet sind.
Mein Tag endete mit einem Besuch von York, der nächst gelegenen größeren Stadt, wo ich die Nacht verbrachte und am nächsten Tag noch zwei Stunden Zeit hatte, das Wichtigste anzugucken. York ist eine stark mittelalterliche Stadt, die vor der Industriellen Revolution mal genauso wichtig war wie London. Heutzutage kommen die Touristen vor allem, um das mittelalterliche Flair zu genießen, das riesige Münster zu besichtigen, durch die vielen kleinen Gassen zu bummeln und die kleinen Geschäfte zu entdecken und vielleicht am Ende noch einen Spaziergang über die Stadtmauer oder entlang am viertlängsten Fluss Englands, dem Ouse, zu machen, der die Stadt durchzieht.



Unter einem der Brückenbogen des Ouse habe ich noch jemanden getroffen - obwohl er sich gut getarnt hat 

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