Schulen in Tasmanien: 1 Tagesschule und 3 private Internate

Als Verantwortliche für das Australien im GLS High School Schüleraustausch Programm bin ich regelmäßig Down Under, um mir Schulen persönlich anzusehen. Und bei meiner letzten Tour war ich auch ganz im Süden, auf Tasmanien (Google map).

In Tasmanien habe ich 4 Schulen besucht: zunächst eine staatliche (das Hobart College) und dann noch 3 private Internatsschulen. Zu den Privatschulen mehr weiter unten, zunächst zu Tasmanien:

Tasmanien ist der einzige Inselbundesstaat Australiens (südöstlich vom Mainland) und wird von manchen Festland-Australiern als rückständig belächelt (die Tassies sind sozusagen die Ostfriesen Australiens). Die Inselbewohner, die ich kennen lerne, sind allerdings allesamt ganz froh darüber, dass man „ihre Insel“ auf dem Festland Australien nicht ganz ernst nimmt – so bleibt ihnen ihr Tasmanien ganz für sich alleine! Eye-wink Man sollte also hellhörig werden…

In erster Linie macht natürlich die wunderschöne Landschaft Tasmanien aus. Hier seht ihr einmal den Ausblick vom Mount Wellington auf Hobart.

Demzufolge stehen hier Outdoor-Aktiviäten wie bushwalking, kayaking, rock climbing, abseiling, sailing und rowing auf der Tagesordnung. Für Naturliebhaber und Schüler, die sich gern an der frischen Luft bewegen, traumhaft.

Aber auch die tasmanische Hauptstadt Hobart hat Einiges zu bieten. Die Stadt ist mit seinen etwa 130.000 Einwohnern beschaulich, die Atmosphäre hier ist entspannt und angenehm. Es gibt hier viele hübsche Häuschen, wie dieses zum Beispiel:

oder diese bunte Häuser in der Innenstadt.

Hier seht ihr die Elizabeth Street, Hobarts Haupteinkaufsstraße.

Genau während meines Besuchs findet in Hobart ein großes Volksfest statt, das Wooden Boat Festival.

Rund um den schönen Hafen von Hobart sind viele Buden aufgebaut und es sind bei tollstem Wetter unheimlich viele Menschen dort unterwegs.

Bei GLS kannst du für deinen Schulaufenthalt in Tasmanien zwischen staatlichen oder privaten Schulen, Gastfamilienunterbringung oder Internat wählen.

Eine tolle staatliche, die ich besuche ist das Hobart College, das etwa 10-15 min außerhalb der City von Hobart im Vorort Nelson auf einem großen, sehr grünen Gelände liegt. Diese Schule ist einer der Schulen, die in diesem Profil beschrieben wird.

Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Mount Wellington. Besonderheit: Die zukünftige Königin von Dänemark, Mary Donaldson ist hier zur Schule gegangen!

Als wir die Schule besuchen, ist es hier leider noch ganz leer, die Schule geht nach den langen Sommerferien am nächsten Tag wieder los. Außer den Lehrern, die hier schon einmal alles auf den großen Ansturm am nächsten Tag vorbereiten, treffen wir aber eine Gruppe internationaler Schüler, die gerade ihre Einführungsveranstaltung haben.

Das Hobart College hat von allen staatlichen tasmanischen Schulen die längste Tradition in der Aufnahme von internationalen Schülern (seit 1986) und hier kommen auch die meisten ausländischen Schüler her. Im Moment gibt es keine deutschen Schüler, aber ab Juni wird unsere GLS Schülerin Ruth hier zur Schule gehen.

Die Schule macht auf mich bei unserem Rundgang mit Koordinatorin Debbie einen extrem guten Eindruck.

Die Gänge sind ansprechend in bunten Farben gestrichen, alles ist schön gestaltet und sehr weitläufig.

Das Klassenzimmer für Fotografie und digitales Design schauen wir uns z.B. genauer an und es ist toll zu sehen, welche Kunstwerke die Schüler hier produziert haben.

Am Hobart College können die Schüler neben dem üblichen akademischen Angebote auch viele tolle praktisch orientierte Fächer belegen, z.B. Mechanics (hier wird an echten Autos geschraubt!), Kurse im technischen Zeichnen und CAD Programmen. Auch die Bereiche Musik und Theater sind hier super.

Ein Highlight der Schule ist das Outdoor Education Programm und das Sportangebot im Allgemeinen. Es gibt hier z.B. eine richtige Kletterwand,

sowie Tennisplätze, ein Fußballfeld und einen Hockeyplatz. Die Bildercollagen and den Wänden im Outdoor Education Bereich zeugen von vielen tollen Exkursionen in die beeindruckende Natur von Tasmanien, die mehrfach im Jahr stattfinden. 

Private Internatsschulen in Hobart

Für diejenigen unter euch, die sich einen Schulaufenthalt in einem Internat wünschen, gibt es in Hobart die folgenden Optionen - alle 3 Internate sind Privatschulen:

Mit der Friends’ School arbeitet GLS schon seit vielen Jahren zusammen. Hier gehen Jungs und Mädchen gemeinsam zur Schule. Die Schule besteht aus traditionsreichen Gebäuden auf der einen Seite und modernen Neubauten auf der anderen. Sie liegt im Norden von Hobart, mit Blick auf den Hafen und Mount Wellington.

An der Friends’ School haben die internationalen Schüler die Wahl - entweder sie wohnen im schuleigenen Internat, Walker House oder bei Gastfamilien. Außer den internationalen Schülern (ca. zwei Drittel) wohnen im Internat auch ein paar australische Schüler vom Festland und sogar aus Hobart selbst, deren Eltern für ihre Erziehung viel Wert auf die Struktur des Internatslebens legen.

Das neue Highlight der Schule und der ganze Stolz von Nick Hutton, dem Marketing Direktor der Schule, ist das so genannte „Farrell Centre“, ein nagelneues, riesiges Multifunktionscentre.

Dieses wurde erst kürzlich fertig gestellt und wird nun, zu Beginn des Schuljahres erst offiziell eröffnet. Bei einem seiner letzten Besuche bei GLS hatte Nick schon über den Bau berichtet und eine Videosimulation gezeigt. Nun ist er ganz stolz endlich das fertige Projekt präsentieren zu können.

Das Gebäude ist in der Tat sehr beeindruckend – ein Theatersaal mit Stuhlreihen, die sich auf Knopfdruck ausfahren lassen… von der Akustik und der integrierten Aufnahmetechnik schwärmen, laut Nick, sogar professionelle Symphonieorchester, die das Centre bereits getestet haben.

Zur Schule, die generell großartig ausgestattet ist, gehört zudem eine moderne Fitnesshalle (wo nach der Schule immer viele Schüler, aber auch Externe am trainieren sind). Außerdem gibt es u.a. Tennisplätze, einen Pool, eine Turnhalle, und eine Kletterwand.

Mädchen, die sich eine Schule mit behüteter Atmosphäre wünschen, an der sie unter sich sind, könnten im St. Michael's Collegiate genau ihre Traumschule gefunden haben.

Das Hauptgebäude der Schule ist ganz altehrwürdig und weist auf die lange Tradition dieser Schule hin.

Im Kontrast dazu stehen einige hypermoderne Gebäude, in denen sich z.B. die Bibliothek und einige der Klassenräume befinden.

 

Die internationalen Schülerinnen wohnen im Internat, in den Klassen 11 und 12 bewohnen sie Doppel- bzw. Einzelzimmer. Auch das Internat ist sehr modern und geschmackvoll eingerichtet. Die einzelnen Zimmer der Mädchen sind bunt gestrichen...

...und besonders das Aufenthaltszimmer ist extrem gemütlich,

die Bäder sind sehr modern.

Besonders stark ist die Schule im Bereich Perfoming Arts. Das Collegiate verfügt außerdem über ein Reitzentrum mit schuleigenen Pferden und bietet entsprechend Reiten an. Es finden zudem diverse Outdoor Camps statt, zudem gibt es eine schuleigene Schwimmhalle und auch insgesamt ein umfangreiches Sportangebot.

Besonderheit: In der 11. und 12. Klasse findet eine Kooperation mit der privaten Jungenschule Hutchins statt, sodass einerseits ein sehr gutes Fächerangebot gewährleistet ist, andererseits aber auch die sozialen Kompetenzen von gemischten Klassen gelernt werden (es verkehren Shuttlebusse zwischen den beiden Schulen).

Die Hutchins School ist sozusagen das Gegenstück zum St. Michaels’ Collegiate, eine reine Jungenschule in Hobart mit Internatsunterbringung für internationale Schüler. Derzeit wird das Internatsgebäude grunderneuert, so dass zukünftige Internatsschüler hier auch auf hoch¬modernem Standard wohnen werden und die Seniors jeweils auch ihr eigenes Reich haben.

Die Schule liegt etwas weiter außerhalb der City von Hobart auf einem großen Campus nahe der Uni und mit Blick auf den Derwent River.

Auf den weitläufigen Sportanlagen trainiert während meines Besuchs gerade ein Footballteam der Schule, Sport, (z.B. auch Wassersport) hat hier einen hohen Stellenwert.

Auch der Musikbereich der Schule ist sehr gut ausgestattet. Zudem sind praktische Bereiche wie Metall- und Holzverarbeitung stark.

Für die Zuständigen vor Ort liegen die Vorteile von getrennten Jungen- und Mädchenschule klar auf der Hand. Durch getrennte Schulen könnten die Schüler jeweils ungehemmt, ohne das Beisein des anderen Geschlechts, ihre Begabungen ausprobieren - sei das bei den Mädchen ein Interesse für eher mädchenuntypischere Fächer wie Naturwissenschaften oder Handwerkliches oder für Jungen Kunst, Sprachen oder Musik. Obwohl die Kooperation dieser Jungen- und Mädchenschule im schulischen Bereich erst in der Oberstufe passiert, arbeiten die Schulen generell sehr eng auch außerschulisch zusammen, so gibt es z.B. häufig soziale Veranstaltungen, wie Kino, Theater oder Musik an denen die Jungen und Mädchen gemeinsam teilnehmen.

Ob nun an einer staatlichen oder einer der privaten Schulen, gemischt oder Single-Sex, Internat oder Gastfamilie - wir finden hier bestimmt die richtige Schule für dich, wenn dich Australiens Inselstaat reizt. Ein großes Plus ist hier definitiv, dass man als deutscher Austauschschüler noch eher die Ausnahme ist!

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