Welcome to Montreal! Do you speak franglais?

Was spricht man denn nun in Montreal? Englisch oder Französisch? Oder vielleicht doch franglais, eine Mischung aus beidem? Diese Frage habe ich mir vor meinem Schulbesuch in der angesagten kanadischen Metropole auch gestellt...

Schon auf dem Weg von Frankfurt nach Montreal überlege ich zum ersten Mal, auf welcher Sprache ich nun eigentlich die Stewardess ansprechen soll. Auch wenn der Rest von Kanada englischsprachig ist - Montreal liegt in der Provinz Quebec und da spricht man nunmal Französisch. Ich entscheide mich zu warten, wie die Stewardess mich anspricht. Zu meiner Überraschung fragt die erste tatsächlich: "Vous voulez du poulet ou du saumon?“. Aha, sehe ich so französisch aus? Oder gar frankokanadisch? Oder werden die Fluggäste prinzipiell erstmal auf Französisch angesprochen, bevor man ggf. ins Englische wechselt? Von der zweiten Flugbegleiterin werde ich aus meinen Gedanken gerissen: „What would you like to drink?“.

 

Montreal selbst ist genau so wie alle sagen: Typisch nordamerikanisch und gleichzeitig ungewohnt französisch. So findet man eben mitten zwischen den Skyscrapern in Downtown auch niedliche französisch anmutende Cafés, in denen man einen Café crème und ein Pain au chocolat genießen kann.

In einem dieser netten Cafés - mit dem treffenden Namen "Le petit café" sitze ich (rechts) hier mit meiner Freundin und ehemaligen GLS Kollegin Jennifer, die mittlerweile in Kanada lebt.

 

Die französische Sprache begegnet einem in der nach Paris zweitgrößten französischen Stadt der Welt im wahrsten Sinne des Wortes an jeder Straßenecke. Denn hier sind - im Gegensatz zum "Mutterland" Frankreich - sogar die Straßenschilder komplett auf Französisch. Vermutlich um sich vom englischsprachigen Landesteil abzugrenzen, haben die Frankokanadier kurzerhand das sonst gebräuchliche "Stop" ins Französische übersetzt - eben "Arrêt".

Noch so eine amüsante Wortschöpfung à la Québecoise ist der Begriff "dépanneur", zu Deutsch in etwa "Tante-Emma-Laden". Augenscheinlich haben die Frankokanadier diese Bezeichnung vom französischen "dépanner" abgeleitet, was übersetzt so viel heißt wie "aus der Patsche helfen". Und das tun die Dépanneurs tatsächlich rund um die Uhr....!

24h am Tag ist auch der Drive-In bei Mac Donald's geöffnet, hier "Service au volant" genannt. Interessanterweise hat es Kanada geschafft, dem US-amerikanischen Konzern die Änderung seines Logos abzutrotzen. So trohnt mitten in dem gelben "M" das kanadische Nationalsymbol, ein Ahornblatt.

Auch andere Fast-Food-Ketten haben ihr Logo französisiert. So wird aus KFC schnell PFK ("Poulet frit à la Kentucky):

Aber keine Sorge: In Montreal ist nicht alles auf Französisch. Die meisten Ausschilderungen sind bilingual, also auf Englisch und Französisch. So auch die Beschreibung der Musikrichtung, die in einem Club auf der Rue Crescent mitten in Montreal Downtown gespielt wird:

Und auch in Old Montreal kann man Wohnungen sowohl auf Französisch als auch auf Englisch mieten:

In Chinatown werden die Kunden auch gleich auf 3 Sprachen angelockt:

Und genau diese spannende Mischung aus nordamerikanischer Lockerheit, französischem Savoir-Vivre und Einflüssen aus fast jedem Land dieser Erde machen Montreal zu einem so faszinierenden Ort. Gerade für Schüler, die einen bilingualen Schulaufenthalt in Kanada machen wollen, ist Quebecs Metropole ideal. Aber auch mit einem Sprachkurs in Montreal kann man gleichzeitig seine Französisch- und Englischkenntnisse aufpolieren: GLS bietet sowohl Sprachreisen für Erwachsene in Montreal an als auch Sprachreisen für Schüler in Montreal. Zuguterletzt kannst du auch ein Auslandspraktikum in Kanada machen, nicht nur in Montreal, sondern auch in anderen kanadischen Metropolen wie Vancouver oder Toronto.

Für mich (auf dem Bild unten noch einmal in Old Montreal zu sehen) steht jedenfalls fest: Je reviens/ I'll be back! Das nächste Mal aber im Sommer!