Nachdem ich schon fast ein halbes Jahr in Argentinien verbracht hatte, erreichte mich ein Anruf von meiner Koordinatorin, die mich darum bat nächste Woche in die Privatschule "LA SALLE" zu kommen. Sie sagte, die neuen Schüler seien gekommen und sie bräuchten noch jemanden, der von seiner Erfahrung erzählen könnte.
Ich war froh, dass man mich gefragt hatte und war auf die neuen Austauschschüler gespannt.
An diesem Tag beendete ich früher den Schulunterricht als sonst, es gab keinen wirklich passenden Bus für mich und somit musste ich circa 30 Blogs zu Fuß gehen.
Als ich in die Straße einbog, wo die Schule und gleichzeitig die Unterkunft der Schüler war, bekam ich ein ganz merkwürdiges Gefühl. Das letzte Mal, das ich hier war, schien die Sonne, ich war mit den anderen Austauschschülern und mit unseren Begleitern.
Heute war es windig, kalt und ich war alleine.
Ich kam endlich an, stieg die Treppen hoch und öffnete die Tür. Schon gleich zu Beginn machte ich deutsche Stimmen aus.
Es war auch hier schon ein halbes Jahr vergangen, in denen ich mit Deutsch nur über Internet zu tun hatte.
Ich sagte, dass ich ihnen erzählen werde, was ich bisher erlebt habe, was ich für Tipps hätte, usw. Als sie meinen Namen hörten, fragten 3/4 der deutschsprachigen, ob ich den Blog schreiben würde. Ich ging weiter und begrüßte eine der Mitarbeiterinnen von WEP. Kurz darauf ging es dann auch los.
Alle saßen um einen Tisch im Wintergarten, es waren 36(!!!) Schüler. Zu "meiner Zeit" waren es knappe zwölf.
Ich wurde immer mal wieder was gefragt, manchmal verlor ich mich förmlich in meinen Erzählungen und merkte in diesem Moment, wie viel ich eigentlich erlebt hatte. Vor sehr kurzer Zeit, war ich einer von denen und ließ erzählen, heute erzählte ich.
Die große Mehrheit fragte, wie lange es denn gedauert hätte, bis ich fließend Spanisch sprechen könnte. Es hatte ungefähr drei bis vier Monate gedauert, sagte ich, aber ich war zu Beginn auch nicht unbedingt der Fleißigste gewesen.
Auch wenn man am Anfang noch NICHTS versteht, man lernt sehr schnell, ich würde sagen sogar noch schneller, als wenn man die Sprache schon jahrelang studiert hätte. Es ist aber auch nicht das Wichtigste!
Die ganzen Erfahrungen und das Wachsen, das man beim eigenständigen Erlernen einer Sprache erfährt, das wird letztendlich dieses (Halb-)Jahr zu einem der erlebnisreichsten machen.
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