
Stafford Street, Downtown Timaru (google map)
Obwohl wir schon viele Schüler am Roncalli College in Timaru hatten, war ich persönlich noch nie in Timaru und hatte von dieser Stadt, die in Reiseführern kaum Erwähnung findet, bisher ein eher negatives Bild. Auch wenn man Neuseeländern erzählt, dass man nach Timaru fährt, stößt man meist auf Unverständnis oder Erstaunen. Timaru war früher mal der wichtigste Hafen von Neuseeland, hat seitdem aber stark an Bedeutung verloren – doch auch heute noch ist dies ein wichtiger Frachthafen für die Südinsel und es gibt hier sogar einige Industriebetriebe. Timaru ist mit knapp 30.000 Einwohnern für neuseeländische Verhältnisse gar nicht so klein und liegt etwa auf halber Strecke zwischen Dunedin und Christchurch. Der Distrikt Timaru hat sogar 42.000 Einwohner.

Umso erstaunter war ich, dass sich Timaru als sehr malerisches Städtchen zeigte: Die Lage zwischen dem Meer und Bergen ist ganz fantastische, und mitten in der Stadt gibt es einen schönen, geschützten Strand. Trotz dieser Vorzüge ist das lebhafte kleine Hafenstädtchen nicht sehr touristisch und bietet so viel Gelegenheit, das unverfälschte Neuseeland kennen zu lernen. Hier sieht man die Caroline Bay, den Strand von Timaru.

Roncalli College
Mit dem Roncalli College arbeiten wir schon seid vielen Jahren sehr erfolgreich zusammen. Vier GLS Schüler besuchen gerade diese Schule, darunter Eike, dessen Bruder auch schon an dieser Schule war und Ferdinand aus Österreich. Neben der hohen Qualität des Unterrichtes ist es vor allem das Outdoor Education Programme, was diese Schule so attraktiv macht. Als katholische Schule steht das Roncalli College im Ruf, akademisch besonders anspruchsvoll zu sein und darauf zu achten, dass die Schüler den Unterricht auch ernst nehmen. Viele Eltern haben mir das schon bestätigt, so dass ich die Schule wirklich nur empfehlen kann.
Dies bedeutet aber nicht, dass man als Schüler an dieser Schule weniger Spaß haben kann – davon konnte ich mich vor Ort überzeugen. Immer wieder höre ich, dass deutschen Schülern in Neuseeland auch der Unterricht zum ersten Mal richtig Spaß macht.
Gerry Fennesy und Cathy Shearer, die Betreuer, sind wirklich sehr engagiert aber auch die Englischlehrerin schafft es immer wieder, die Schüler zu motivieren – z.B. in dem sie alle davon überzeugt, an den nationalen Speech Examinations teilzunehmen. Hierfür muss man zu einem selbst gewählten Thema eine Rede vorbereiten und dann vor einem externen Gremium halten und anschließend auch Fragen beantworten können. Natürlich kostet es eine ganze Menge Überwindung, an diesem Test teilzunehmen, bei denen ansonsten hauptsächlich Muttersprachler mitmachen, aber wer es dann geschafft hat, kann zu recht stolz auf sich sein.

Für die langen Sommerferien hält Cathy Shearer eine ganze Reihe von Vorschlägen bereit, was man neben den üblichen Rundreisen noch so unternehmen könnte: darunter Surfcamps, Ferien auf dem Reiterhof, Segeltörns oder Farmstays. Natürlich ist man auch im Rahmen von Outdoor Education oft unterwegs – zum Beispiel im Abel Tasman Nationalpark.
Austauschschüler profitieren davon, dass die Schule sehr zentral in der Stadt liegt, direkt hinter der 1910 erbauten Sacred Heart Basilica. Übrigens macht es sich im Schulalltag eigentlich kaum bemerkbar, dass dies eine konfessionell gebundene Schule ist. Zwar gibt es eine Kapelle auf dem Schulgelände und einmal im Term eine Messe, aber die Austauschschüler nehmen in der Regel nicht an dem ansonsten obligatorischen Fach Religionswissenschaft teil und man muss auch nicht katholisch sein, um auf diese Schule zu gehen.
Mountainview High School, Timaru
Die Mountainview High School liegt am nordwestlichen Stadtrand. Ganz in der Nähe liegen gleich zwei Golfplätze. Wie der Name schon andeutet, hat man vom Schulgelände einen weiten Blick über die Felder und Wiesen, bis hin zu den Bergen. Wie alle Schulen in Timaru ist die Mountainview High eine klein, überschaubare Schule, und deshalb besonders gut für jüngere Teilnehmer oder kürzere Aufenthalte geeignet. Ein weiterer Pluspunkt: Die Schule hat bislang nur ganz wenige deutschsprachige Austauschschüler (derzeit zwei)!

Die Mountainview High School wurde vor zirka 100 Jahren gegründet, den neuen und schönen Campus hat die Schule aber erst 1983 bezogen, entsprechend modern sind die Schulgebäude. Die Schule legt großen Wert darauf, neue Medien und Technologien zu nutzen und in den Unterrichtsalltag zu integrieren. In der Pause habe ich Gelegenheit, im Lehrerzimmer einige Lehrer kennen zu lernen – die Atmosphäre ist locker und entspannt, wie meist an den neuseeländischen Schulen. Niemand macht den Eindruck gestresst oder genervt zu sein, im Gegenteil, man hat den Eindruck, diese Lehrer lieben ihren Beruf!
Besonders stark ist die Schule in den Bereichen Theater und Musik: Die Jazzband der Schule ist sehr erfolgreich und der Musikunterricht für die meisten Instrument kostenlos. Die Schule leiht eine Vielzahl von Musikinstrumenten kostenlos aus und bietet Unterricht für Geige, Cello, Bass, Flöte, Klarinette, Oboe, Saxophon, Gitarre, Bassgitarre an. Kostenpflichtig ist lediglich Unterricht in Klavier, Singen und Schlagzeug. Auch der Fremdsprachenbereich ist ein Schwerpunkt an dieser Schule: Neben Maori und Englisch als Fremdsprache werden Französisch, Spanisch, Japanisch und ab 2012 voraussichtlich auch Chinesisch angeboten. Aber natürlich gibt es auch jede Menge praktische Fächer, wie Kochen oder Outdoor Education.

Hier findet ihr die Profile der beiden Schulen in Timaru und hier algemeine Infos zum Thema High School Schulaufenthalte in Neuseeland.
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