Ende Januar 2011 habe ich - Corinna Rodewald, bei GLS für das High School Programm in Kanada verantwortlich - eine Gruppe von zwanzig GLS Austauchschülern nach Kanada begleitet. In Vancouver trennten sich unsere Wege, und ich habe ich mich auf den Weg gemacht, selbst auch einige der Schulen und GLS Partner in Kanada zu besuchen. Besucht habe ich 8 Schulbezirke, alle in oder in der Nähe von Vancouver:
1. North Vancouver
2. Vancouver School Board
3. Victoria (auf Vancouver Island)
4. Saanich (auf Vancouver Island)
5. Nanainmo-Ladysmith (auf Vancouver Island)
6. West Vancouver
7. Mission
8. Okanagan
Hier meine Tour auf einer Google map.
Von allen Schulbezirken bzw. von den Schulen in diesen Bezirken findest du Profile auf der GLS Website. Anlass des Besuchs war, dass ich eine Gruppe von Austauschschülern, die mit GLS nach Kanada gehen, auf ihrem Flug nach Vancouver begleitet habe. Und mit diesem Punkt auf der Agenda fange ich an:
Am Samstag, 29.1.11 war es soweit – ein großer Teil der GLS Schüler, die zum zweiten Semester ihren Schulaufenthalt in Kanada begannen, machten sich auf den Weg. Die drei von Berlin Startenden traf ich um acht morgens am Check-in in Tegel. Keine Tränen zum Abschied, aber ein gehöriges Stück Aufregung war doch dabei. Die Sicherheitskontrolle haben wir auch nach einigen Verzögerungen passiert (Scheren, Joghurts und Cremetuben gehören nicht ins Handgepäck ...). Noch eine letzte deutsche Zeitung mit auf den Weg – und los.

Die Zubringer waren alle pünktlich und in Frankfurt warteten schon alle am Gate (die Berlin-Maschine war die letzte). Abschiedsfoto und nun wirklich los.


Nach zehn Stunden Flug kamen wir ein bisschen groggy in Vancouver an. Die Pass- und Zollkontrolle ging relativ schnell und für einen kleinen Teil der Gruppe war dann hier auch die Endstation, das Gros hat sich aber auf den Weg zu den Anschlussflügen gemacht – und ich auf den Weg, einige unser Schulen anzugucken und Partner zu treffen.

Schon am Flughafen begegnet einem die erste Tim Hortons-Filiale!
Ein Tag Vancouver – zu recht als eine der lebenswertesten Städte der Welt klassizfiziert! Auf der einen Seite Wasser (die Strait of Georgia), auf der anderen schneebedeckte Berge (Coast Mountains an der Grenze zu den USA) – und mittendrin quirliges Leben. Nachdem wir am Samstag mit Regen und grauem Himmel begrüßt worden waren, strahlte die Sonne am Sonntag aus allen Knopflöchern.


Ich bin mit dem Sea Bus (eine Fähre, die Teil des öffentlichen Nahverkehrs ist) nach North Vancouver (einer der an der North Shore gelegenen Stadtteile Vancouvers) gefahren, zusammen mit einem halben Dutzend Snowboardbegeisterter, die sich den schönen Tag nicht entgehen lassen wollten und sich auf den Weg zum Seymour Mountain befanden – alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.


Downtown Vancouver vom SeaBus aus gesehen.

1. North Vancouver
North Vancouver ist wirklich schön: Entspannt, grün und mit genialem Bergpanorama im Hintergrund - ein super Stadtteil zum Leben.

Mit den Bussen kommt man leidlich gut von A nach B. Da man an den Bus Stops aber meist vergeblich nach Angaben zu Linien, Abfahrtszeiten und Strecken sucht, ist ein Smartphone eine ganz hilfreiche Sache. Die Schulen hier sind auch am Sonntag voller Leben, denn die Sportanlagen werden gut genutzt. Im Schulbezirk North Vancouver bietet GLS den Schulbesuch in fünf Schulen an. Die Sutherland High School ist ein bestechend moderner Schulbau, der sehr einladend wirkt und eine großartige Lernatmosphäre bietet.


Eine weitere, ganz in der Nähe gelegene ist die Argyle Secondary School. Schon dem Namensschild nach klar eine Schule, die French Immersion anbietet: Arglye Secondary, École Sécondaire Argyle.

Auch hier wird auch am Sonntag nicht geruht, sondern Sport getrieben. Überhaupt scheinen die North Vancouverites sehr sportbegeistert zu sein, die Recreation Centre sind voll.
2. Vancouver School Board
Aber zurück nach Vancouver: Ähnlich wie auch Berlin hat hier jeder Stadtteil sein eigenes Gesicht und Flair. Kitsilano, der ehemalige Hippiebezirk, in dem die gleichnamige Schule des Schulbezirks Vancouver School Board liegt, ist bunt und quicklebendig – und mit dem Bus über den West Broadway gut zu erreichen. Wäre nicht die Bergkulisse im Hintergrund, könnte man sich fast im kalifornischen Venice Beach wähnen. Nette kleine, bunte Läden einer am anderen, immer mal wieder ein Café dazwischen. Und in den Seitenstraßen ganz viel Grün. Nach Hippies sieht es hier nicht mehr wirklich aus, aber der Hippie-Geist herrscht noch vor in Form einer entspannten Lebensauffassung. Die Kitsilano High ist ein imposanter Bau in einer ruhigen Seitenstraße.

Das schöne alte Gebäude nimmt einen ganzen Block ein. Hier ging einst Bryan Adams zur Schule genau wie auch das neue junge Operntalent Kanadas, Simone Osbourne. Auch der entspannte Kitsilano Beach ist von hier aus nicht weit. Noch so viel mehr, was Vancouver zu bieten hat, aber seht am besten selbst! Ich bin auf dem Weg nach Vancouver Island.
3. Victoria (Vancouver Island)
Diese Vancouver vorgelagerte Insel, die vom Ausmaß her Belgien entspricht, besticht durch ein mildes Klima und abwechslungsreiche Natur. An der rauen Westküste lädt Tofino zum Whale Watching ein, ein Trip, den einige der Schulen auch für internationale Schüler anbieten und zieht sich der bekannte West Cost Trail entlang, auf dem man in rund fünf Tagen ein Stück von Kanadas Naturschönheiten erlaufen kann. Übrigens wird auf dieses Erlebnis in einigen Outdoor Education Kursen, die an den Schulen angeboten und auch internationalen Schülern offen stehen, hingearbeitet.
Aber Vancouver Island beherbergt auch die Hauptstadt British Columbias: Victoria. Und wie der Name schon vermuten lässt, ist dies eine durch und durch britische Stadt, aber nicht ohne ihre kanadischen Besonderheiten. So steht vor den ganz im viktorianischen Stil erbauten Parliament Buildings nicht nur eine Statue Queen Victorias, sondern auch ein Totempfahl der Ureinwohner Kanadas.

Victoria, mit ca. 80.000 Einwohnern im Kernbereich und ca. 350.000 mit Eingemeindungen, ist ein echtes urbanes Zentrum, wo es entsprechend auch alles an Freizeitmöglichkeiten gibt, was man sich wünscht. Ein mildes Klima, ihr ganz eigener Charme und die Lage am Südzipfel Vancouver Islands machen diese Stadt nicht nur zu einem Touristenmagneten, sondern auch zu einem interessanten Ort für einen Schulaufenthalt.

Abendstimmung am Hafen

Victorias Chinatown
GLS bietet diesen Bezirk ganz neu als Destination für einen Schulaufenthalt an. Der Greater Victoria School District akzeptiert nämlich inzwischen auch deutsche Austauschschüler, noch nicht so lange wie andere Regionen, sodass auch die Anzahl an deutschen Schülern hier bisher noch relativ gering ist. Dafür genießen die Schüler hier auch noch eine ganz besondere Aufmerksamkeit und kümmern sich die Mitarbeiter des Schulbezirks individuell um sie. Sieben Secondary Schools umfasst der Schulbezirk, der den ganzen Innenstadtbereich Victorias abdeckt:
Oak Bay Secondary - 1929 erbaut und demnächst für eine Erweiterung vorgesehen, ist auf zwei Campusse verteilt, und die erste Schule überhaupt, die internationale Schüler aufgenommen hat. In einem wohlhabenden Stadtteil im Osten der Stadt gelegen, zieht die Schule eine akademisch orientierte Schülerschaft an und bietet entsprechend auch zahlreiche AP (Advanced Placement) Kurse an.

Victoria High oder auch kurz „Vic High“ ist eine echte Antiquität. Der Bau könnte ohne weiteres in einem Harry Potter Film als Kulisse dienen: 1876 gegründet hat diese Schule etwas fast Majestätisches. Zentral gelegen hat sie viele Schüler, die aus Künstlerfamilien kommen. Entsprechend auch das Kursangebot: Fine Arts ist ein sehr gut ausgebauter Bereich. Aber das ist nicht die einzige Stärke der Schule. Auch im Bereich Business Administration bietet sie Einiges. Der Direktor des Schulbezirks, Dave Scott, ist übrigens einer ihrer Absolventen. Die ehemaligen deutschen Schüler sind hoch angesehen, von der Deutschen, die im Ruderteam erfolgreich war, erzählt der Direktor, Grant Bolay, jetzt noch. Für eine Schule ist es hier ungewohnt ruhig. Die Schule hat eine gute Atmosphäre – sehr zu empfehlen.



Reynolds Secondary School
Die sehr ambitionierte Lehrerschaft und die neue Rektorin haben dafür gesorgt, dass die Schule inzwischen akademisch sehr hoch angesiedelt ist. Journalism und Media Studies sind ihre Stärken. Reynolds ist eine der Schulen, die jedes Jahr wieder im Wettkampf um den Titel, „erfolgreichste Schule“ ganz vorn dabei ist.

Spectrum Community School
Ein 70er-Jahre Bau, der aber um Einiges moderner wirkt, dank der Renovierungen, die 2007 erfolgt sind, und die erste Schule, an der einige Fahrräder im Bike Rack stehen (obwohl Januar, und das keine Fahrradsaison). Spectrum liegt im neuen Teil Victorias und ist die größte Schule (1300 Schüler). Entsprechend gut ist auch das Kursangebot. Bemerkenswert ist vor allem das Drama Department, das seine Aufführungen in einem sehr schicken schuleigenen Theater aufführen kann. Die Schule gefällt mir gut – lebendig und bunt – und das nicht nur wegen der Spectrums-Farben, die an allen Ecken und Enden prangen.


Mount Douglas Secondary School
Auf der einen Seite an ein Sportcenter angrenzend und in unmittelbarer Nähe zur Universität von Victoria gelegen, weist die Schule ein gutes akademisches Niveau auf und bietet auch an Sportmöglichkeiten die ganze Bandbreite. Eins der Computer Laboratorien ist komplett mit Apple-Rechnern ausgestattet und wird genutzt, um CAD-Kurse abzuhalten. Die Naturwissenschaften und IT sind stark hier. Hier haben übrigens auch Nelly Furtado und der Basketballspieler Dave Nash ihren Abschluss gemacht.




Lambrick Park Secondary School
Die kleinste der Schulen bietet ein großes Angebot an Sport, und auch wenn Gymnastik nach Ausscheiden des Lehrers keinen so großen Stellenwert wie früher mehr hat, sind doch die Volleyball- und Basketball-Teams sehr gut und gibt es gute Möglichkeiten zu tanzen. Kunst ist ein weiterer wichtiger Bereich und die Kunstlehrerin Joanne erläutert das Mural, das ein ehemaliger internationaler Schüler geschaffen hat. In nur einem Monat hat er das Kunstwerk geschaffen und sich auch selbst drin porträtiert. Die Schule wirkt sehr gemütlich und überschaubar.



Die siebte der Schulen, Esquimalt, schaffen wir nicht mehr anzugucken. Sie ist im gleichnamigen Stadtteil gegenüber vom Inner Harbour sehr zentral gelegen.

4. Saanich School District (Vancouver Island)
Weiter geht’s die Saanich Peninsula hoch Richtung Sidney. Es geht durch Wälder und rechter Hand zeigt sich ein schönes Panorama aus blauem Wasser und schneebedeckten Bergen. Dank der guten Sicht zeigt sich sogar Mount Baker, der Hausberg Seattles, der über allen anderen Bergen zu thronen scheint. Ein schönes Fleckchen Erde hier. Sidney (ca. 8000 Einwohner) ist eine winzige Stadt, mit ein paar Buchläden und Cafés. Der Flughafen ist nur fünf Minuten entfernt und auch die Fähre nach Vancouver gleich um die Ecke.

Der Schulbezirk Saanich, einer unserer populärsten und flexibelsten Schulbezirke, umfasst drei Schulen, an denen schon viele GLS Schüler sehr glücklich waren.
Kurz vor Ende meines Besuchs fährt mich Phil Ohl, der Verantwortliche des Büros für internationale Schüler, noch zu sich nach Hause. Dort treffe ich Ruthild, Phils Frau und Leiterin der Homestay-Agentur, die einen Exklusivvertrag mit Saanich hat. Ruthild ist gebürtige Deutsche und spricht auch noch sehr gut Deutsch. Mit ihren zwei Mitarbeiterinnen ist sie diejenige, die die Gastfamilien für die Schüler aussucht. „Generell kriegen die deutschen Schüler die Integration in die Gastfamilie sehr gut hin,“ sagt Ruthild, und die positiven Berichte der Schüler, die sich von ihrer Familie fern von daheim nur schwer trennen können, geben ihr recht. Von Gastfamilie bis zur Schule sollen die Schüler maximal 15 Minuten brauchen, zu Fuß oder mit dem Bus. Auch das ist den dreien ein Anliegen, wenn sie die Gastfamilien auswählen.

Phil Ohl, Corinna Rodewald und Ruthild Ohl
Stelly’s High School (ca. 1100 Schüler)
Gelegen ist die Schule in Central Saanich (am ländlichsten von den dreien). Hier sind viele der Homestays zu Fuß erreichbar. Auch Reiten ist in der Gegend möglich und potenziell gibt es sogar Gastfamilien, in die Pferdefans platziert werden können.


Die Besonderheiten der Schule sind neben dem Sprachangebot (French Immersion und Spanisch) vor allem die tolle Kletterhalle.

Diese wird derzeit erweitert und ab Sommer 2011 fertig sein. Dann wird hier auch die Canadian Junior League zum Training kommen und die Schule richtet für interessierte Schüler eine Climbing Academy ein (auch internationale Schüler, die ein Jahr bleiben, können daran teilnehmen!).

Jeder Schüler erhält zu Beginn einen Buddy zugeteilt.

GLS Schüler Maximilian mit seinem kanadischen Buddy und Phil Ohl, dem Leiter des Student Services Büro.
Parkland High School (ca. 750 Schüler)
Die nördlichste, kleinste und vielleicht familiärste der Schulen hat trotzdem ein großartiges Kursangebot und sehr engagiertes Lehrpersonal.

Hier ist auch das Büro der International Student Services gelegen, sodass man bei Fragen jederzeit vorbeischauen kann.

Gail, Phil und Bob vom Büro für Internationale Schüler
Bob Lee, der Rektor, führt mich durch „seine“ Schule. Auch er hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Schüler.

Juan Tudela ist der für die Schüler zuständige Advisor, der sie alle persönlich kennt und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Am Wochenende nach meinem Besuch kommt das Musical „Curtains“ zur Aufführung: Stage Craft und Acting sind beliebte Kursangebote und Aufführungen finden im schuleigenen Theater statt.


Alle Schulen des Bezirks bieten vielfältige Angebote im Bereich praktische Fächer, z. B. Woodwork, Metalwork und Automobile:



Claremont High School (ca. 1100 Schüler)
Die Claremont liegt fast schon im Stadtgebiet von Victoria (und ist damit die südlichste der drei Schulen). Sie hat im Fraser Ranking, das die Schulen eines Bundesstaates untereinander vergleicht, als beste der drei abgeschnitten, wobei aber alle drei vergleichsweise gut abschneiden– generell ist die akademische Ausbildung, wie auch die im praktischen Bereich sehr gut. Die Ausstattung ist großartig und das schuleigene Theater wird auch von der Stadt für Aufführungen genutzt.


Der Schulbezirk organisiert regelmäßig Treffen und Ausflüge für die internationalen Schüler

und leistet auch sonst eine hervorragende Betreuung, u. a. gibt es kostenlose Nachhilfe durch Schüler höherer Jahrgänge.

Insgesamt also ein Schulbezirk, der sich um Schulbesuch im Ausland unbedingt empfiehlt, solange man nicht erwartet, einziger deutscher Austauschschüler an der Schule zu sein.
5. Nanainmo-Ladysmith (Vancouver Island)
Doch auf Vancouver Island bietet sich noch ein weiterer Schulbezirk zum Schulaufenthalt an: Nanaimo-Ladysmith. Nanaimo ist nach Victoria mit etwa 75.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Insel und Ladysmith mit ca. 8000 Einwohnern eine nette Kleinstadt, 23 Km südlich von Nanaimo gelegen. An der Ostküste Vancouver Islands gelegen, bieten sie neben mildem Klima, toller Natur auch eine reiche Geschichte. In Nanaimo errichtete die Hudson Bay Company Mitte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Handelsposten.

Dann wurden Bergbau, Holzindustrie und Schifferei wichtige Einnahmequellen der schnell expandierenden Stadt. Heute ist natürlich auch der Tourismus nicht mehr wegzudenken. Und das zu recht. Nanaimo liegt strategisch sehr günstig. Auf der einen Seite der Hafen (von dem übrigens auch Wasserflugzeuge nach Vancouver fliegen)

und nach Norden hin Mount Washington zum Ski fahren. Im Winter fährt regelmäßig ein Bus, der die Skifahrer von verschiedenen Stopps in Ladysmith und Nanaimo aufliest und zur Piste und zurückbringt.
Ich wähle die langsame Anreise und fahre mit dem Zug von Victoria nach Ladysmith. Die Fahrt dauert zwei Stunden mit einer echten Bummelbahn, rechter Hand Blick auf Wälder, Wasser, im Hintergrund schneebedeckte Berge und ab und an mal ein kleines Örtchen. Es fühlt sich an wie in einem anderen Jahrhundert. Auch die Zugstation in Ladysmith ist „in the middle of nowhere“. Der kleine Ort ist wahrlich pittoresk. Entlang der Hauptstraße (es gibt nur eine) fährt ein Bus, der eher nach toy train im Vergnügungspark aussieht – eine echte Antiquität. Das ist dann auch der öffentliche Nahverkehr in Ladysmith, aber mehr braucht man hier wohl auch nicht, alles andere ist fußläufig erreichbar.

Insgesamt umfasst der Schulbezirk sieben High Schools, eine davon in Ladysmith:
Ladysmith Secondary
An der Schule wartet schon Jascha auf uns.

Jascha mit der Leiterin des Schulbezirks, Ronda Bell
Er beendet gerade sein zweites Jahr hier und wird in Kürze sein „Dogwood Exam“ in den Händen halten. Jascha gibt uns eine Schultour und kriegt gar nicht genug davon, uns „seine“ Schule zu zeigen. Er scheint hier jeden zu kennen, es ist eine richtige Schulfamilie. Besonders das Theaterspielen war für Jascha eine tolle neue Entdeckung innerhalb des Schulalltags. Mit der Theatergruppe fährt er auch demnächst nach Seattle – sie haben einen Wettkampf gewonnen. Und nach der Schule macht er dann noch beim Improtheater mit. Seine andere große andere Leidenschaft ist „Foods“. Ladysmith hat wie sonst noch John Barsby und Dover Bay in diesem Schulbezirk ein „Chef Training Program“. Die Schüler in diesem Programm bereiten nicht nur das Essen für die Cafeteria zu, sondern richten auch Bankette aus - und es roch wirklich großartig.

Aber auch Sport ist hier wichtig: Tanzen, Basketball, Volleyball (für Mädchen), Rugby und Schwimmen. Das Recreation Center der Gemeinde grenzt direkt an die Schule und auch ein Skate Park gehört dazu.
Ronda Bell, die Leiterin des Schulbezirks, fährt mich nach Nanaimo, wo sie an Brian Durvin, ihren Kollegen, übergibt, der die weitere Tour begleitet. Genau wie Ronda war auch er früher Lehrer an einigen der Schulen, kennt also den Schulbetrieb „von innen“. Vor allem aber ist er Fußballspieler und berät erstklassig zu allen Sportfragen.

Donna Buhnai, die Sekretärin, und Brian Durvin, International Student Coordinator
Im Zentrum Nanaimos befindet sich das Aquatics Centre, das neben einem Schwimmbad und einem Freizeitbad für Kinder auch einen Fitnessraum mit Geräten im Angebot hat. Hier würden auch leistungsorientierte Schwimmer glücklich werden.

Gegenüber gelegen ist das Ice Centre, in dem Eishockey, Eislaufen und Eiskunstlaufen stattfinden. Auch hier kann gegen Gebühr eine Mitgliedschaft erworben werden und hier werden auch „learn to skate“-Kurse angeboten.

Direkt neben dem Aquatics Centre befindet sich die Nanaimo District Secondary School (NDSS).

NDSS war die erste Schule im Bezirk, die dank grundlegender Renovierungen sehr frisch wirkt. Sie ist die zweitgrößte Schule des Bezirks. Ein einstöckiger, lang gestreckter Bau. Eine Besonderheit hier ist das French Immersion Programm, wobei die Schüler relativ flexibel bestimmen können, welche und wie viele Kurse sie auf Französisch machen wollen. Außer den Wahlfächern wird alles auch auf Französisch angeboten. Sie könnten z. B. in einem Semester nur englische Fächer machen und im nächsten nur französische.
Brian erzählt, dass sie gerade eine Anfrage einer reitbegeisterten Schülerin hatten, die bei einer Familie mit Pferden, auf einer Farm, platziert wurde und die NDSS besucht.
Als eine der großen Schulen hat sie auch viele andere starke Gebiete, so z. B. ein gutes vocational program, aber auch Kunst, Fotografie und Computer Animation sind Stärken hier. Besonders an der Schule ist im extracurricularen Bereich der „Students Taking Action Against Racism“-Club sowie der Dance Club. Volleyball für Mädchen ist die stärkste Sportart hier.
Woodlands Secondary ist die nächste Schule, die wir besuchen. Dies ist eine etwas kleinere, gemütliche Schule. Sport ist hier wichtig, v. a. Fußball (soccer academy). Andere starke Sportarten sind Basketball (Nov – bis Februar/März), Volleyball (erstes Semester). Der Volleyball-Trainer berichtet, dass er schon sehr erfolgreiche internationale Schülerinnen im Team hatte. Auch möglich ist es, mit zu trainieren, auch wenn die Schülerinnen nicht ins Team wollen/können. Eine Eishockey Akademie gibt es auch. Naturwissenschaften und von den praktischen Fächern Foods und Textiles sind stark.


Zwischen Woodlands und Wellington gelegen ist ein soccer field, das beide Schulen nutzen. In den 60ern haben hier mal die Beach Boys gespielt. Ein kleines Stück weiter ist eine große Freizeitanlage: Beban Park. Hier gibt es alles, was das Sportlerherz begehrt: Ganzjahresfußballfeld, Golfplatz (18-Loch), Ice Arena, Schwimmhalle, BMX Rennstrecke, Pferdeställe und Gelände zum Reiten, Ganzjahrestennisanlage (Tennisunterricht oder freies Spiel möglich).

Wellington Secondary School ist unsere nächste Schule (1150 Schüler). Hier hat ganz frisch Ole angefangen und ist an Tag 2 schon voll in die Gemeinschaft integriert.

Die Schule hat ein etwas anderes Layout, um den zentralen Punkt, die Bücherei, erstreckt sich ein Rundgang, an dessen Wänden sich die Spinde für die Schüler befinden. (Foto Gang) Stärken der Schule sind vor allem die Jazz Academy, die von professionellen Lehrern geleitet wird. Pamela, eine der Lehrerin, ist kürzlich als beste Musiklehrerin ganz B.C.s ausgezeichnet worden.

Jetzt geht es weiter nach Nord-Nanaimo. Hier sind neuere Wohngebiete entstanden. Noch vor 15 Jahren war hier alles Wald, jetzt sind hier neben Wohnhäusern auch große Shopping Malls inkl. Kinos angesiedelt (Nanaimo North Town Shopping Centre und die Woodgrove Mall lassen sicher keine Shoppingwünsche offen!). Von hier ist es nicht weit bis zur Dover Bay Secondary School (1400 Schüler). Hier hat das International Student Office sein Zuhause und hier treffen wir dann auch Donna Buhnai, die großartige Sekretärin des Büros.

Dover Bay ist die größte Schule und wirkt sehr luftig und angenehm
Die Schule ist neu und modern, und gerade wird eine Solaranlage auf dem Dach installiert (einige Schüler haben dafür die Mittel gewonnen). An dieser Schule kann auch Spanisch belegt werden. Besonders hier ist ferner, dass es AP (Advanced Placement) Kurse in Mathe, Chemie und Biologie gibt.
Dover Bay hat als eine der wenigen Schulen auch noch einen Schulbus, da ihr Einzugsbereich etwas größer ist.

Das International Student Office organisiert einmal im Monat Aktivitäten für die Schüler zum Selbstkostenpreis. Darunter sind Angebote wie ein Whale Watching Trip, eine Exkursion nach North Vancouver zum Schneeschuhlaufen, aber auch ein Bowling Abend oder ein Shopping Trip nach Seattle. Wem es hier langweilig wird, der ist selber schuld!



Am Abend fliege ich zurück nach Vancouver.
6. West Vancouver
Am nächsten Morgen geht es mit dem Bus nach West Vancouver zum dortigen Schulbezirk– schon allein die Fahrt ist wunderschön. Über eine Brücke geht es zur North Shore, und es bietet sich ein spektakulärer Ausblick auf Downtown Vancouver und die schneebedeckten Berge auf der anderen Seite. West Vancouver ist einer der wohlhabendsten und teuersten Wohnbezirke Vancouvers. Wer sich hier eine Wohnung leisten kann, ist mindestens obere Mittelschicht..

Das Büro vom West Vancouver School District liegt am Marine Drive, der Hauptstraße, die sich durch West Vancouver zieht.


Parallel dazu, am Wasser lang, erstreckt sich ein Walkway, der von einigen Joggern frequentiert wird. West Vancouver selbst ist relativ bergig gelegen, sodass sich von den höheren Lagen wunderschöne Blicke auf das Meer ergeben – postkartenkitschig mit den schneebedeckten Bergen dahinter.
Der Schubezirk West Vancouver umfasst drei Schulen:
Zuerst fahren wir zur Rockridge Secondary School.

Dies ist die am weitesten entfernt liegende Schule, mit ca. 800 Schülern die kleinste und die neueste. Maureen Smiley, die Leiterin des Schulbezirks, war hier selbst einige Jahre Direktorin und ist von der Schule ganz begeistert. Das allerdings zu recht: Die Ausstattung hat fast Privatschulcharakter. Dabei ist die Schule aber schlicht als schön zu bezeichnen. Sehr viel Holz wurde verbaut, was einen sehr warmen Eindruck macht. Überall in der Schule hängt Schülerkunst, wodurch die Schule „lebt“. Alles ist offen und auf zwei Etagen organisiert. Beeindruckend der Sportbereich. Hier gibt es einen gut ausgestatteten Fitnessraum, mit Geräten und allem drum und dran, was von den Schülern auch außerhalb des Unterrichts genutzt werden kann, wenn eine Aufsichtsperson dabei ist. Sehr schön auch der offene Theaterbereich. Hier wird geprobt und unterrichtet. Die eigentliche Theateraufführung aber findet dann im „echten“ Theater statt. Dieses grenzt an die West Vancouver Secondary an und wird von allen drei Schulen genutzt.

Rockridge und Sentinel sind die beiden Schulen, die die sog. sport academies anbieten, und zwar: Golf, Tennis, Field Hockey (auch für Jungs!), Eishockey und Fußball. Das sport academies office ist in der Sentinel und wird von Diane Nelson geleitet.

Interessenten werden auf ihre Fähigkeiten geprüft, bevor sie aufgenommen werden. Die Academies kosten extra, bieten aber die Möglichkeit, Sport und Lernen zu verbinden.
Zufällig treffen wir vor der Schule auf Leesa Alldred, die hier als Career Programs Advisor arbeitet. Vor allem Work Placements sind ihr Gebiet und sie würde sich auch in der Lage sehen, für internationale Schüler, die ein ganzes Jahr da sind und Interesse haben, solch ein Praktikum zu organisieren.
Die nächste Schule ist West Vancouver Secondary, die größte Schule und die Schule, die das IB (International Bacclaureate) anbietet.



"Ahnengalerie: Die Klasse von 1927"
Interessenten, deren Noten gut genug erscheinen, müssen einen Test ablegen, um angenommen zu werden. Den Test zu bestehen, ist nicht so schwer, das IB Programm durchzuhalten dagegen schon.
Dieses ist die vielleicht multikulturellste Schule des Bezirks, gesprochen werden hier 46 verschiedene Sprachen. Und auch, wenn hier kein Holz für den Bau verwendet wurde, macht die Schule dennoch einen freundlichen und angenehmen Eindruck.
Sentinel Secondary School ist die dritte Schule des Bezirks, in der Größenordnung mit ca. 1000 Schülern zwischen den beiden anderen angesiedelt. Schwerpunkte hier sind klar die Sportakademien. Die Bücherei ist das Herzstück der Schule – ein lichtdurchfluteter hoher Raum mit vielen Fahnen an der Decke, der sehr einladend wirkt.

Die Sporthalle wird derzeit renoviert, sodass auch hier die Sportanlagen bald wieder richtig großartig sind. Auf dem Schulgelände sind Tennisanlagen und der Ausblick von hier oben ist einzigartig.
Wieder in Downtown treffe ich als nächstes die großartigen Mitarbeiter des Langara College, der Homestay Agentur, die die Platzierungen für die Schüler im Bezirk Vancouver School Board (VSB), also Innenstadtbereich Vancouver, organisiert.

Corinna Rodewald mit Pixie Chisholm und Susan Wakabayashi
Susan arbeitet schon sehr lange in diesem Bereich und kümmert sich großartig um die Schüler. Sie bestätigt, dass die deutschen Schüler in der Regel kaum Eingewöhnungsschwierigkeiten haben. Susan musste bisher relativ wenige Gastfamilienwechsel arrangieren – sie versucht wirklich, die passende Familie für die Schüler zu finden.
7. Mission
Und weiter geht es mit dem Zug nach Mission . Das ist ein proppevoller Commuterzug, der Vancouver mit den nahe gelegenen Gemeinden verbindet. Morgens fährt der Zug nach Vancouver rein und am Nachmittag aus der Stadt raus - viele Leute wohnen in Mission und den um Vancouver liegenden Gemeinden und arbeiten in Vancouver. Die Fahrt nach Mission dauert ca. anderthalb Stunden. Mission liegt am Nordufer des Fraser River und hat etwa 35.000 Einwohner, ist also eine ernstzunehmende Kleinstadt, die mit Malls und Freizeitzentrum, in dem alle möglichen Sportarten angeboten werden, inkl. Schwimmbad, Fitnessmöglichkeiten, Outdoor Tennis, Eishalle etc., genug Abwechslung bietet, wenn einen die Schule nicht auslastet und die Natur nicht lockt.
Holly Mayo, die Leiterin des International Office, holt mich am Hotel ab und wir starten unsere Schultour. Zum Team gehört auch noch Terri Slazkoviak, die für die Homestays zuständig ist. Terri ist großartig. Sie macht ihren Job mit Herz und Seele und ist immer für die Schüler da.

Von Mission selbst sehe ich leider nicht viel und auch die großartigen umliegenden Bergketten bleiben mir verborgen – es ist Dauerregen.
Wir touren die drei Schulen:
Mission Secondary

ist die größte (und älteste) der drei und diejenige, die das French Immersion Programm anbietet. Für French Immersion ist es wichtig, dass die Schüler wirklich gute Französischkenntnisse haben, da die kanadischen Schüler Französisch seit dem Kindergarten lernen, wenn sie in diesen Zweig gehen (es gibt drei frankophone Grundschulen in Mission).
Rektor hier ist Jim Barker, der auch schon bei GLS in Deutschland war. Er ist ein sehr lustiger, aufgeschlossener Typ.

Er betont vor allem das Interesse der Schüler am Outdoor Club und Ski Team. Auch eine Reihe unserer Schüler war und ist aktiv darin.
Die Wände der Gänge sind mit Fotos der Abschlussklassen der letzten Jahrzehnte dekoriert und zeugen von der Geschichte der Schule.

Direkt angrenzend an das Schulgebäude ist die Uni und theoretisch könnten die Schüler auch hier Kurse besuchen, so es denn mit dem Stundenplan vereinbar ist.
Mission Secondary liegt zentral im Stadtkern Missions. Die meisten Homestays sind relativ in der Nähe der Schule, sollten die Schüler aber doch weiter weg wohnen, können sie gratis den Schulbus benutzen.
Heritage Park Secondary liegt ein bisschen außerhalb des Zentrums, aber noch ziemlich stadtnah.


Die Schule nimmt mich gleich für sich ein. Sie ist die neueste und vom Interior auch die wärmste und schönste der Schulen. Der funkelnagelneue Fitnessbereich lädt zum Sporttreiben geradezu ein.

Im Eingangsbereich geht eine Treppe nach oben und am Fuß der Treppe ist ein Coffeeshop angesiedelt, der von Schülern betrieben wird, die für ihre Arbeit hier credits bekommen.

Heritage Park hat ein relativ großes Programm für Schüler mit “special needs“, entsprechend sieht man einige Rollstühle in der Schule. Gerade ist eine deutsche Austauschschülerin angekommen, die im Rollstuhl sitzt und ihren guard dog dabei hat. Sie hat eine Gastfamilie, die in der Lage ist, einen Rollstuhl zu transportieren und bekommt in den Kursen jeweils einen Buddy zugeteilt, der ihr hilft, die Räume zu wechseln.
Angrenzend an die Schule ist das Community Theatre.

Entsprechend hat die Schule auch ein großes Angebot im Bereich Theater und Musical. Ein weiterer starker Bereich ist das „Chef Training“. Hier kann die Ausbildung zum Koch/zur Köchin absolviert werden oder auch nur einzelne Kurse belegt werden. Die Schüler bereiten das Essen für die Cafeteria zu und richten auch Bankette aus.

Hatzic Secondary School ist die kleinste und ländlichste der Schulen (750 Schüler). Rektor ist Jeff Lepsen, ein drahtiger netter Kerl.

Durch die Schule führt uns der Vice Principal, Rick. Er zeigt uns vor allem die Aushängeschilde der Schule, die Werkstätten: Holz-, Metall- und Automobilwerkstatt.

Schön an dieser Schule auch der Musikbereich: Gerade findet eine Chorstunde statt, in der auch unsere Schülerin Sassia mitwirkt.

Im Orchester hatte Olivia mitgespielt, die aber als Semesterschülerin bereits wieder abreisen musste und doch sehr vermisst wird.
Auch hier gibt es eine Commercial Kitchen, in der das Cafeteria Essen zubereitet wird und Schüler eine Ausbildung zum Koch absolvieren können. Als wir die Schule betreten, kommen wir gerade zur Mittagspause und im Cafeteriabereich ist richtig Leben und laute Musik. Überhaupt wirkt die Schule sehr lebendig.

8. Okanagan School District
Und schon geht’s weiter Richtung Kelowna zum Okanagan Schulbezirk. Im Regen geht’s los, aber je weiter östlich wir kommen, desto schöner wird das Wetter. Unter uns liegen schneebedeckte Bergketten, nach Calgary hin ändert sich das Szenario allerdings in weite schneebedeckte Ebenen mit wenigen Siedlungen.

Kelowna hat derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt, zugefroren ist ein kleiner See am Rande des riesigen Okanagan, wo regelmäßig Eisangler unterwegs sind. Vom Gepäckband rollt eine Snowboardtasche nach der nächsten, Snowboarden und Skifahren sind hier sehr populär!
Kelowna ist das drittgrößte Ballungszentrum in British Columbia (nach Vancouver und Victoria) und aufgrund seiner gemäßigten Temperaturen (im Winter um den Gefrierpunkt, im Sommer Mitte bis Ende zwanzig Grad), hat sich hier eine Wein- und Obstanbauindustrie etabliert und wächst die Gegend von den Einwohnerzahlen her überproportional im Vergleich zum Rest Kanadas.
Rick Oliver, der Leiter des Schulbezirks, holt mich am Flughafen ab und macht eine kleine Tour mit mir, damit ich ein Gefühl für die Gegend bekomme. Kelowna ist eine relativ ausgedehnte Kleinstadt (ca. 100.000 Einwohner), inmitten eines Tals gelegen, der Großteil Kelownas liegt östlich des Okanagan Sees und hier sind vier der Senior High Schools angesiedelt, verbunden über eine Brücke ist West Kelowna. Einzige Senior High School hier ist Mount Boucherie Secondary School (MBSS). West Kelowna ist allerdings der neueste und am stärksten wachsende Bereich Kelownas.
Es gibt kaum Hochhäuser, sondern vorrangig Einfamilienhäuser und natürlich viele Geschäfte, die sich vor allem entlang der Highways ziehen (Strip Malls). Was es hier aber auch gibt, sind enorm viele Sportangebote. Eigentlich kann man hier im Wesentlichen wohl jeden Sport betreiben, draußen, in einem der vielen kleinen Parks oder auch drinnen, in einem der vielen Recreation Center. Ganz zentral gelegen ist ein Aquatics Center sowie ein Ice Center. Und natürlich sind auch die Berge zum Skifahren und Snowboarden nicht weit, allen voran „Big White“, der für seinen großartigen Puderschnee berühmt ist. Einige Gegenden Kelownas erstrecken sich in die umliegenden Berge und von dort hat man fantastische Blicke auf den See und die gegenüberliegende Seite. Das Okanagan ist Obstanbaugebiet, sogar die Stromkästen sind mit Äpfeln und Kirschen und Birnen bemalt. Der Ort bietet alles, was das Schülerherz begehrt und der Schulbezirk ist sehr ambitioniert und kümmert sich gut um seine Schüler. Rick Oliver scheint sie alle zu kennen, er macht seinen Job mit Herzblut.
Am Morgen treffe ich Rick Oliver und Marsha Boyle (die Homestay-Koordinatorin für Kelwona) sowie Ana Vallejos (Homestay-Koordinatorin für West Kelowna – MBSS).

Wichtig für viele deutsche Schüler: Der Schulbezirk kann Latein als Nachhilfeunterricht anbieten und wenn genug Schüler Interesse haben, sogar als Kurs. Sie haben zwei Lehrer, die potenziell Latein auch auf hohem Niveau unterrichten können.
Die erste Schule, die wir besuchen, ist auch gleich eine der beliebtesten: Kelowna Secondary School (KSS).

Dies ist die zweitgrößte der Schulen (1800 Schüler, grades 10 bis 12) und die zentralste. Derzeit wird hier noch nach dem linearen System unterrichtet, d. h. die Schüler haben acht Kurse durchlaufend das ganze Jahr über, das wird sich aber zum nächsten Jahr ändern und die Umstellung auf Semesterkurse erfolgen, allerdings nicht vollständig, sodass prinzipiell auch mehr als vier Kurse pro Semester belegt werden können. Die Schule ist bei internationalen Schülern sehr beliebt und da der Schulbezirk das Prinzip vertritt, nicht mehr als 1% jeder Nationalität an der Schule zuzulassen, sollte man mit der Anmeldung nicht zu lange warten! (Für das Schuljahr 2011/12 hat sie ihr Limit an deutschen Schülern leider schon erreicht)
Die Schule ist klasse: Offener, einladender Eingangsbereich, von dem man geradeaus gleich in die Sporthalle kommt. Rechts und links des Eingangsbereichs sind die Büros (Student Counselling, Principal’s Office etc.). Gerade findet ein Basketball-Wettkampf statt und die halbe Schule ist in den Schulfarben schwarz-gold angezogen. Sie unterstützen die KSS „Owls“. Und hier in der Sporthalle treffen wir Niklas, Nora und Nathalie, GLS Schüler, die hier schon ein halbes Jahr zur Schule gehen.


Alle drei sind sehr angetan von ihrer Schule und haben sich schnell integriert. Während eine akademisch anspruchsvolle Kurse besucht und sogar ihre deutschen Mathebücher mitgebracht hat, um sicherzustellen, dass sie auch den ganzen Stoff abdeckt, nutzt eine andere mehr das großartige Angebot der ganzen Wahlfächer.
Gefragt danach, was sie wichtig finden, neuen Schülern mit auf den Weg zu geben, sagen alle unisono, unbedingt selbst aktiv auf die Leute zugehen, dann schließt man auch schnell Freundschaften, aber sie kommen umgekehrt nicht zwangsläufig auf einen selbst zu. Den school spirit haben sie ebenfalls alle erwähnt. Das Gefühl, Teil der Gemeinschaft zu sein (was sich gerade jetzt wieder in den schwarz-goldenen Outfits zeigt), ist ein Highlight des Schulalltags in Kanada. Was das Schulische angeht, finden sie wichtig zu erwähnen, dass mündliche Beteiligung quasi keine Rolle spielt, sondern die Ergebnisse einzig von den Quizzes und Tests abhängen. Die vielen Hausaufgaben in Mathe, im Vergleich zu anderen Fächern, wo es fast keine gibt, fanden sie auch bemerkenswert sowie den Fakt, dass sie die Fächer alle zwei Tage haben (mit dem neuen Semestersystem dann täglich). Als angenehm bewerten sie, dass die Schule erst um neun beginnt. Kostenbewusst meinten sie, dass der Fakt, dass wenn man alle der vielen Trips mitmachen will, man eine ganze Menge extra Geld einkalkulieren muss. Das betrifft z. B. Kurse wie Outdoor Education, bei den sich die optionalen Trips schnell summieren. Aber wer will, kann auch kostengünstig durch die Kurse kommen. Textbook Fees gibt es keine, einzig Uniformkosten für Teams oder besondere Ausrüstung bzw. eigene Wünsche (wenn man z. B. statt der angebotenen Holzsorte lieber eine teurere für seine zu bauende Schatulle verwenden möchte). Natürlich wollen die Schüler aber gern an den Ausflügen teilnehmen, sodass Eltern das im Hinterkopf haben sollten. Ansonsten kommen die Schüler mit ca. 200 CAD im Monat ganz gut hin.
KSS ist akademisch gut aufgestellt und hat aufgrund der Größe der Schule auch ein großes Angebot an Wahlfächern. Alle Schulen verfügen über Theaterräume und Band, wobei KSS als einzige der Schulen auch ein eigenes Orchester hat.
Die Ausstattung der Schulen ist generell sehr gut. Alle haben einen Fitnessraum mit Geräten und Gewichten sowie tolle Bibliotheken (die an der KSS hat Blick auf die Berge durch riesige Panoramafenster).

Alle Schulen sind wireless und entsprechen gibt es klassensätzeweise Laptops, die im Unterricht genutzt werden. Electronic Whiteboards etc. sind auch sehr gängig.
Als nächstes fahren wir zur Okanagan Mission Secondary School (OKM).

Gelegen ist diese im Stadtteil Mission, in dem die Häuser teuer sind und entsprechend eher eine gehobene Mittelschicht wohnt. Bis zum letzten Jahr hat diese Schüler keine internationalen Schüler aufgenommen, da die Kapazitäten beschränkt waren. Jetzt wurde erweitert und internationale Schüler sind willkommen. Auf dem Flur treffen wir eine deutsche Schülerin, die gerade erst den vierten Tag da ist und noch etwas verloren und schüchtern wirkt. Rick nimmt sich ihrer aber gleich an und sie findet ihren Weg zum nächsten Kurs.

Musikraum
In einem Sciences Klassenzimmer sind an der Wand kartonweise neue Computer und anderes technisches Zubehör aufgereiht, darauf wartend, ausgepackt zu werden. Die Ausstattung ist wirklich gut. Hier gehen ca. 1000 Schüler zur Schule, Jahrgänge 8 bis 12, d. h. sie ist um einiges kleiner als KSS oder RSS. Aber auch hier gibt es diverse Academies, Hockey, Schwimmen, Kunst und Fußball. Eine Schwimmhalle ist ebenfalls gleich nebenan gelegen.
Rutland Senior Secondary (RSS) hat als Schulmotto „Home of Champions and Scholars“ – die Schüler gewinnen regelmäßig Preise.

Mit 1500 Schülern, Jahrgänge 10 bis 12, ist sie vom Angebot her vergleichbar mit der KSS und hat entsprechend auch viele AP (Advanced Placement) Kurse. Als Besonderheit sei hier das First Aid Training Program hervorgehoben, ansonsten hat sie auch gute Angebote in Tanz und auch in praktischen Fächern. An dieser Schule war Rick Oliver selbst fünf Jahre lang Direktor.

Mount Boucherie Secondary School (MBSS) liegt in West-Kelowna und damit auf der anderen Seite des Flusses. Benannt ist die Schule nach dem nahen Berg Mount Boucherie („liegender Bär“). „Welcome to our mountain“ ist entsprechend auch das Motto der Schule.

Eine schöne neue Schule (1500 Schüler, grades 10 bis 12), die so interessante Programme wie Firefighting und Hairdressing hat. Sie ist in einem der am schnellsten wachsenden Gebiete Kelownas gelegen, entsprechend sind die Häuser auch eher neueren Datums.
Die fünfte Schule ist die George Elliott Community School, etwas weiter außerhalb, in Lake Country gelegen. Ähnlich wie OKM hat sie Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 12 und insgesamt nur ca. 900 Schüler. Architektonisch passt sich die Schule mit ihrem langgestreckten Flachbau sehr schön in die Umgebung ein.

Ein Theater ist integriert, ein Curling Rink gleich nebenan, genau wie eine Sportanlage und ein Golfplatz. Gut geeignet für Schüler, die lieber etwas ländlicher wohnen und in eine kleinere Gemeinde integriert sind. Unsere Schülerin Laura Hinderks (Erfahrungsbericht auf der Website) war hier sehr glücklich.
Insgesamt also ein toller Schulbezirk, der die meisten Schülerwünsche zu erfüllen sucht. Durch sein ambitioniertes Personal, das regelmäßig Aktivitäten, Ausflüge und Treffen organisiert, ein sehr empfehlenswerter Bezirk, gerade für Schüler, die auch gern außerhalb der Schule noch etwas vom Land erleben möchten. So werden regelmäßig Trips in die Rockies und nach Vancouver organisiert, zu den umliegenden Skigebieten sowieso. Und die, die lieber auf eigene Faust aktiv sind, finden in Kelowna auch alles, was das Herz begehrt. Neuerdings ermöglicht der Schulbezirk auch den Schulaufenthalt von drei Monaten, am besten geeignet wäre dazu der Zeitraum Februar bis April, aber auch September bis November, April bis Juni und November bis Januar sind möglich.
Und an diesem Schulbezirk gibt es noch eine Reihe der archetypischen nordamerikanischen Schulbusse:

Kanada – ist einen Schulaufenthalt unbedingt wert!
Mehr zum Thema High School Schüleraustausch in Kanada.
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